Ein Zusammenschluss "mit besonderem Nachdruck"

Lankern 1930 : Die Pfarrgemeinde St. Pankratius rief auch die 860 Einwohner des Ortsteil zur hl. Mission. Vom 16. April bis zum 4. Mai 1930 führten die Oblatenpatres Wißkirchen, Liers und Jürgens in Dingden eine Volksmission durch. Diese Mission in der Pfarrgemeinde sollte dazu führen, dass sich der Junggesellen- und Männerschützenverein Lankern zu einem neuen Schützenverein vereinigen. Pfarrer Krimphoff schrieb hierzu in der Pfarrchronik: "Mit besonderen Nachdruck wurde hingewiesen auf die übermäßig vielen Feste, auf die Feste der Jugend ohne Aufsicht (Junggesellenschützenverein) und vecasiv pro vima. Auf dringenden Wunsch der Missionare wurde am Schluss der Mission eine Zusammenkunft der Vorstände aller männlichen Vereine, auch der nichtkirchlichen , bei Belting gehalten, um eine Einschränkung und Zusammenlegung der Feste zu erreichen sowie die Teilnahme der Älteren an den Festen der Jugend. Sämtliche Missionare und Geistliche und alle Vorstände nahmen daran teil. Das Vorhandensein dieser Missstände und die Notwendigkeit, sie abzustellen, wurde allseits anerkannt. Nach dieser Mission kann sich niemand mehr mit Unwissenheit entschuldigen."


Am 7. Mai 1930 feierten daraufhin beide Vereine in einem Zelt beim Wirt Ridder ein gemeinsames Schützenfest. Doch das Jahr 1930 schloss finanziell mit einem Minus. Die Ausgaben überstiegen die Einnahmen um 60,11 RM.

Im Folgejahr schloss sich ein Teil der Junggesellen von einer erneuten gemeinsamen Veranstaltung aus. Sie blieben dieser Feier fern, die am 3. Mai 1931 im geräumigen Zelt auf dem Hof des Landwirts Heinrich Klein-Hitpaß stattfand. Zwar war der Zusammenschluss noch nicht offiziell vollzogen, doch wurde von den 168 Mitgliedern ein gemeinsamer Vorstand gebildet. Ihm gehörten Heinrich Weyers, Johann Heßling, Gerhard Messing, Theodor Klein-Hitpaß, Gerhard Holtkamp, Theodor Großbölting, Bernhard Großwege und Wilhelm Bußkamp an. Als nach diesem Schützenfest Bilanz gezogen wurde, wies die Kasse auch wieder ein Guthaben auf: Ein Bestand von 101,06 RM konnte Kassierer Franz Abels-Vehns am 10. Mai 1931 aufweisen.


Ein Jahr später, 1932, wurden beide Vereine nun amtlich zu einem Schützenverein zusammengeführt und eine neue Satzung angenommen. Als letzte Amtshandlung der Männerschützen wurde Kassensturz gemacht. Rund ein Drittel des vorhandenen Geldes investierten die Schützen in Freibier. Jung und Alt feierten in diesem Jahr ihr gemeinsames Fest am 29. und 30. Mai im Zelt beim Festwirt Ridder.

St. Ludgerus Schützenverein Lankern
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